Im Mekong-Delta

Länder , Vietnam Mrz 12, 2017 No Comments
Bootsführerin im Mekong Delta in Vietnam

Der Mekong hat uns einmal quer durch Südostasien begleitet, angefangen in Tibet. Dort hat er nämlich seine Quelle. Danach fließt er durch die chinesische Provinz Yunnan und damit liegt etwa die Hälfte seiner Gesamtlänge auf chinesischem Staatsgebiet. Anschließend bildet der Fluss die Grenze zwischen Laos und Myanmar. In Kambodscha teilt er sich dann in zwei große Arme den Oberen und den Unteren Mekong. Zusammen mit vielen Nebenflüssen und Kanälen formen sie im Süden von Vietnam eine einzigartige Landschaft.

Mekong-Delta in Vietnam Mekong-Delta in Vietnam

Das Mekong-Delta wird auch als Kornkammer des Landes bezeichnet. Bis hierher hat der Strom über 4300 km zurückgelegt bevor er mit seinen neun Hauptarmen ins Südchinesische Meer mündet. Durch die vielen mitgeführten Sedimente ist der Boden hier besonders fruchtbar und die Bevölkerung kann sich an bis zu drei Reisernten pro Jahr erfreuen. Das ist auch der Grund, warum das Wasser hier dunkelbraun ist.

Diese Idylle wird jedoch seit Jahren getrübt. Denn zwischen den Anrainerstaaten (allen voran China) ist ein Wettlauf um den Bau von Wasserkraft-Staudämmen entbrannt. Eine Vietnamesin berichtete uns mal, dass China somit am Wasserhahn sitze und Vietnam ihm machtlos ausgesetzt sei.

Von Ho-Chi-Minh Stadt (ehemals Saigon) fuhren wir mit dem Bus nach Can Tho. Dies ist die grösste und wichtigste Stadt im Mekong-Delta. Uns gefiel es hier sehr gut, denn die Stadt machte einen entspannten und aufgeräumten Eindruck.

Wer einen Einblick in die Lebensweise der Mekong-Bewohner bekommen möchte, kommt um eine Bootstour mit Besuch der schwimmenden Märkte nicht herum.

Um dies mitzuerleben muss man jedoch sehr zeitig aufstehen. Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen zu erblicken sind, fahren die meisten Boote zu den Märkten. So starteten auch wir noch völlig verschlafen gegen 4:30 Uhr. Das frühe Aufstehen wurde mit einem herrlichen Sonnenaufgang über dem Mekong belohnt. Unser erstes Ziel war der schwimmende Markt von Cai Rang. Dort herrschte schon reges Treiben. Die kleinen Holzboote waren bis zum Anschlag mit Obst und Gemüse gefüllt. An den Boote gab es meist einen Mast mit einem Symbol drauf, sodass man schon von Weitem sehen konnte, welche Waren angeboten wurden.

Für uns gab es dann erstmal Frühstück und zwar Nudelsuppe. Da hatten wir nochmal Glück gehabt, denn die Bewohner im Mekong essen auch Ratten und Schlangen. Nebenbei versorgte uns unsere Bootsführerin und ihr Sohn laufend mit frischen Früchten, teilweise auch Früchte die wir noch nie gesehen hatten.

Gestärkt ging es weiter zum Phong-Dien Markt. Dieser ist zwar kleiner aber noch etwas ursprünglicher.

Nach einer Mittagspause in der Hängematte schipperten wir noch über kleine Kanäle vorbei an Dörfern und Reisfeldern.

Am gleichen Tag nahmen wir nachmittags noch einen Bus nach Chau Doc. Von dort ging es dann mit dem Boot über die Grenze nach Kambodscha. Details dazu findet ihr hier.

Der Mekong war für uns wie ein wiederkehrender Moment und wir sollten ihm auf unserer weiteren Reise noch in Laos und Kambodscha begegnen. Vorallem die Sonnenuntergänge über dem Mekong waren wirklich schön, wie zum Beispiel in Vientiane in Laos.

Sonnenuntergang am Mekong in Vientiane Sonnenuntergang am Mekong in Vientiane

Tabea

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