Party und Tempel in Vang Vieng und Luang Prabang

Länder , Laos Apr 12, 2017 No Comments
Luang Prabang

Von Vientiane fuhren wir mit einem Kleinbus weiter gen Norden, wo wir zunächst in Vang Vieng und  später in Luang Prabang einen Zwischenstopp einlegten. Diese Fahrt war aufgrund der vielen Serpentinen sehr holprig und nichts für schwache Mägen. Die zwei Ortschaften  könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Vang Vieng lange als Stätte von Partyexzessen und Drogen galt, ist Luang Prabang das kulturelle und religiöse Zentrum des Landes.

 

Vang Vieng – Tubing, Höhlen und Karstfelsen

Idylle von Vang Vieng Idylle von Vang Vieng

Die Stadt Vang Vieng liegt idyllisch am Flussufer und deren Umgebung lockt mit schönen Karstbergen und Höhlen. Was ist passiert? Als der Tourismus vor über 20 Jahren in Laos einzog, änderte sich die Idylle prompt. Der Ort entwickelte sich zu einer Hochburg für Partyexzesse und Drogen und galt als der “Ballermann” von Südostasien. Partywütige junge Backpacker ließen sich unter Alkohol und Drogeneinfluss auf einem LKW- Reifenschlauch (Tubing) den Fluss hinunter treiben, wälzten sich halb nackt im Schlamm und gaben sich die Kante mit Whiskey Eimern. Was dies für die meist konservativen Einheimischen bedeutete, kann man sich kaum vorstellen. Aufgrund des schlechten Karmas hörten sie im Fluss auf zu Fischen und die Kinder mussten auf ihrem Schulweg über Erbrochenes und Alkoholleichen steigen. Erst nachdem es unter den Touristen viele Todesfälle gab, nahm dies die Regierung 2012 zum Anlass der Dauerparty ein Ende zu setzen.

Wir können nicht einschätzen, wieviel sich geändert hat. Aber Drogen gibt es nach wie vor an jeder Ecke, getarnt unter dem Begriff “happy”, “magic” oder “special”. Und auch Tubing ist weiterhin die Lieblingsbeschäftigung der meisten Reisenden, wobei man sein alkoholisches Getränk an den Bier Bars direkt per Leine ins Wasser bekommt.

Um die Umgebung von Vang Vieng zu erkunden, liehen wir uns zwei Mountainbikes aus. Unser erster Halt war ein Berg mit einem Aussichtspunkt namens Pha Ngeun. Der Aufstieg war extrem anstrengend, nicht nur weil der Weg so steil war, sondern weil die Mittagshitze gnadenlos auf uns einbrasselte. Als wir am Gipfel ankamen, waren wir von oben bis unten durchgeschwitzt.

Anschließend genossen wir den Fahrtwind und fuhren weiter nach Tham Phou Kham. Dort gab es eine kleine blaue Lagune, wo man mit einem Schwingseil oder vom Baum in den Fluss springen konnte. Dahinter befand sich eine beeindruckende Höhle, bei der man unbedingt eine Taschenlampe dabei haben sollte. Die Höhle ist sehr verwinkelt und es dauerte eine Weile bis wir die Haupthalle mit der Buddhafigur erreichten.

Abgesehen von der schönen Natur hat uns Vang Vieng nicht überzeugt. Für uns ist diese Stadt ein Negativbeispiel von schlechtem und unkontrolliertem Tourismus. Man kann es den Einheimischen zwar nicht verdenken, aber wir empfanden die Begegnungen als distanziert und teilweise unfreundlich – keine Begrüßung, kein Lächeln und nur kurze knappe Antworten. Sie scheinen selber in einem Zwiespalt zu sein. Zum Einen nerven die Touristen mit ihrem geschmacklosem Verhalten, zum Anderen sind sie eine gute Einnahmequelle.

 

Luang Prabang – Tempel, Mönche und Kolonialarchitektur

Die alte Königsstadt zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt mit ihren vielen Tempeln und der französischen Kolonialarchitektur. Wir genossen es einfach durch die schöne Altstadt zu schlendern und besichtigten einige Tempel und Stupas.

Der wohl bekannteste und älteste Tempel der Stadt befindet sich auf der Halbinsel von Luang Prabang und nennt sich Wat Xieng Thong. Dieser weist den für Laos typischen Baustiel, mit den fast bis auf den Boden reichenden Dach auf. Er wurde 1560 erbaut und überstand als einziger Tempel der Stadt die Plünderungen von 1887 unversehrt. Auf dem Gelände gab es noch viele weitere Heiligtümer zu entdecken.

Unsere Abende verbrachten wir meist auf dem Nachtmarkt. Von 17- 22 Uhr werden die Straßen gesperrt und Händler bieten jegliche Waren zum Verkauf an –  von Kitsch bis Kunsthandwerk kann man alles erwerben. Nebenan gibt es einen sehr leckeren und günstigen Essensmarkt. Für umgerechnet 1,50 EUR kann man sich dort am Buffet bedienen und soviel auf den Teller laden, wie man schafft.

Was wir bei unserer Ankunft nicht wussten, war dass das buddhistische Neujahr vor der Tür stand. Deswegen hatten wir auch Schwierigkeiten noch eine Unterkunft zu bekommen und blieben daher kürzer als geplant. Zu diesem Fest lieben es die Kinder andere mit Wasserpistolen und Eimern nass zu spritzen. In Laos konnten wir die “Angriffe” noch erfolgreich abwehren. Dafür traf es uns dann in Chiang Rai in Thailand, wo wir als nächstes Halt machten.

Tabea

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